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Nov 05 2020

LinkedIn Stories: So nutzen Sie das neue Format

Vor kurzem sind die LinkedIn Stories endlich auch in Deutschland gestartet. Die vertikalen Videos auf der Businessplattform ähneln stark ihren Vorbildern bei Snapchat und Instagram. Warum das neue Format auch gut in den Businesskontext passt? Das beantworte ich in diesem Beitrag. Und ich gebe ein paar Tipps, wie Sie die Stories nutzen können.   

LinkedIn hat sein Story-Format nun auch in Deutschland ausgerollt. Nach Snapchat, Instagram, Facebook und WhatsApp sind die Videos im Hochformat jetzt auch auf dem Businessnetzwerk weltweit verfügbar.

LinkedIn Stories: die Fakten

Die Stories erscheinen als vertikale Fotos oder Videos in einer Reihe oberhalb des Newsfeeds. Beim Klick auf das entsprechende Profilbild (eines persönlichen Profils oder eines Unternehmensprofils) öffnen sie sich. Aktuell gibt es das Story-Format nur in der App, über den Desktop lassen sich Stories noch nicht erstellen oder anschauen.

  • Eine Story darf maximal 20 Sekunden lang sein. Zum Vergleich: Eine Instagram-Story ist nur 15 Sekunden lang.  

  • Wie bei anderen Social-Media-Netzwerken wie Instagram oder Snapchat können Nutzer aber mehrere Stories aneinanderreihen. So lassen sich beispielsweise auch zusammenhängende Geschichten erzählen.

  • Sie sind 24 Stunden verfügbar, dann verschwinden sie wieder. Anders als beispielsweise bei Instagram lassen sie sich (noch) nicht speichern.

  • Stories können sowohl über persönliche als auch über Unternehmensprofile gepostet werden.  

LinkedIn Stories – braucht es die? Diese Frage ist mir in den letzten Monaten auf unterschiedlichen Social-Media-Plattformen öfters begegnet, als LinkedIn ankündigte, die Stories bald global auszurollen:

  • „Das Story-Format passt doch gar nicht in den beruflichen Kontext.“

  • „Damit gibt’s dann noch mehr Platz für unsinnige Inhalte.“

  • „Ich habe den Sinn von Storys schon bei Instagram nicht verstanden.“

  • „Na toll, da haben die Selbstdarsteller eine weitere Spielwiese.“  

Den kritischen Stimmen muss ich teilweise Recht geben: Wer LinkedIn Stories eins zu eins wie auf (privaten) Instagram-Accounts nutzt, wird damit keinen Erfolg haben. Die Inhalte sollten an den beruflichen Kontext angepasst sein. Bilder vom Mittagessen, der neuen Frisur oder dem Strandurlaub auf Bali haben auf LinkedIn nichts zu suchen. Trotzdem darf bei den Stories – und das gilt ebenso für andere Inhalte auf dem Businessnetzwerk – auch ab und zu etwas Persönlichkeit durchscheinen. Das gehört für mich unbedingt dazu, wenn Sie Vertrauen zu potenziellen Kunden aufbauen möchten.

Durch die Augen der Zielgruppen

Beim Teilen von Inhalten in den Stories gilt, wie allgemein im Content Marketing: Teilen Sie nicht einfach irgendwelche Inhalte um des Teilens willen. Wechseln Sie stattdessen gedanklich die Perspektive und betrachten Sie Ihre Inhalte durch die Augen Ihrer Zielgruppen. Wie helfen Sie ihnen damit weiter? Wie können Sie auch mit Stories inspirieren, unterhalten, informieren?

Halten Sie sich an die Maxime des sogenannten Social Selling: Fallen Sie nicht gleich mit der Tür ins Haus und drängen potenziellen Kunden marktschreierisch Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung auf. Bauen Sie erst einmal Vertrauen auf mit hilfreichen Inhalten. Lernen Sie Ihre Zielgruppen immer besser kennen, tauschen Sie sich mit ihnen aus. So wird aus einem Interessenten, der Sie und Ihr Angebot schrittweise kennen lernt, vielleicht auch irgendwann ein Kunde.

Und ja, es mag sein, dass viele Selbstdarsteller, die LinkedIn besonders seit letztem Jahr mit ihren Inhalten fluten, meinen, jetzt brächen ihre goldenen Zeiten an: Endlich noch mehr Platz für Ich-bezogene Inhalte!

Trotzdem bin ich überzeugt: Qualität wird sich immer durchsetzen! Und Qualität heißt für mich: Inhalte mit Fokus auf den Zielgruppen. Wer nicht danach fragt, welche Inhalte die Zielgruppen wirklich interessieren, sondern mit seinen vertikalen Videos immer nur sich selbst ins rechte Licht rückt, der wird langfristig keinen Erfolg haben.

Denn um potenzielle Kunden auf sich aufmerksam zu machen, um Vertrauen zu ihnen aufzubauen, muss der Blick weggehen von der eigenen Person, vom eigenen Unternehmen – hin zu den (Informations-)Bedürfnissen der Zielgruppen.

Warum ich ein Story-Fan bin

Kritische Stimmen hin oder her – ich persönlich bin ein Fan der Stories und sehe eher ihre Vorteile:

  • Mehr Raum für kreative Ideen,

  • mehr Möglichkeiten, um mit persönlicheren Inhalten im Video-Format Vertrauen zu den eigenen Zielgruppen und zum Netzwerk aufzubauen,

  • mehr Raum, die eigenen Zielgruppen noch besser kennen zu lernen, mit ihnen zu interagieren, auf ihre Fragen einzugehen und sich auszutauschen,

  • und schließlich auch mehr Chancen, sich von anderen abzuheben und sich sichtbar zu machen.

Das lohnt sich aktuell besonders, denn: Noch werden die Stories auf LinkedIn eher zurückhaltend genutzt. Für mich eine eindeutige Chance, kreativ zu werden und auszuprobieren.

Vertikale Videos für die Businesswelt

Als Social-Media-Aficionada ist die Story-Funktion für mich natürlich nicht neu: Ich nutze sie schon seit Jahren auf Instagram und habe davor auch schon auf Snapchat – wo sie erfunden wurde – mit ihr experimentiert. Damals lag der besondere Reiz der Snapchat-Stories vor allem darin, kurze Videos zu teilen, die nach 24 Stunden wieder verschwunden waren. Da blieb viel Raum für kreatives Austoben. Nach einem Tag war das Kurzvideo schließlich wieder verschwunden. Aktuell gilt das auch für die LinkedIn-Stories, da sie sich nicht speichern lassen.

Auf den ersten Blick passt das Story-Format natürlich besser auf ein Netzwerk wie Snapchat oder Instagram. Beide Plattformen sind eher auf jüngere Zielgruppen, stärker auf den privaten Bereich und auf Marketing für Endverbraucher ausgerichtet. Trotzdem sehe ich auch auf LinkedIn viel Potenzial, Zielgruppen aus dem Geschäftsbereich mit Stories anzusprechen.

Schließlich geht es auf sozialen Netzwerken immer um die Mensch-zu-Mensch-Kommunikation. Es geht darum, eine Verbindung zu potenziellen Kunden zu knüpfen. In einen Dialog mit ihnen zu treten. Ihre Probleme und Herausforderungen kennen zu lernen. Wer mir nicht vertraut, der wird auch nicht bei mir kaufen.

Aber wie schaffe ich es jetzt, mich mit Stories bei meinen Zielgruppen sichtbar zu machen und ihr Vertrauen zu gewinnen? Bevor ich Ihnen ein paar Ideen dazu liste, zeige ich Ihnen erst einmal, wie Sie eine Story erstellen.   

Schritt für Schritt zu Ihrer LinkedIn-Story

Die LinkedIn-Stories funktionieren ähnlich wie die Stories auf Snapchat, Instagram oder Facebook. Auch wenn LinkedIn momentan noch nicht alle Features der Vorbilder bietet.

So erstellen Sie Ihre erste LinkedIn-Story.

1.  Klicken Sie in der Mobil-Version oben rechts auf Ihr Profilbild mit dem Pluszeichen. Die Kamera öffnet sich.

2. Nehmen Sie ein Bild oder Video mit dem Aufnahmebutton auf. Für ein Bild klicken Sie kurz auf den Button, für ein Video (bis zu 20 Sekunden) halten Sie den Button länger gedrückt. Wahlweise können Sie auch ein Bild aus der Bildergalerie Ihres Smartphones auswählen.

3. Fügen Sie Sticker und/oder Text hinzu. Dazu klicken Sie jeweils auf eines der beiden Icons oben rechts. Unterschiedliche Textfarben lassen sich unten auswählen.

4. Über „Erwähnen“ können Sie LinkedIn-Kontakte in Ihrer Story verlinken.

5. Klicken Sie nun auf „Story teilen“ – und Ihre Story ist für Ihr Netzwerk sichtbar.

6. Um weitere Stories hinzuzufügen, klicken Sie erneut auf Ihr Profilbild mit dem Pluszeichen oder innerhalb der erstellten Story auf das Pluszeichen rechts unten.

7. 24 Stunden lang ist Ihre Story für Ihr Netzwerk zu sehen. Danach verschwindet sie wieder. Wer die Story angesehen hat, lässt sich über die „Views“ herausfinden.

8. Kontakte ersten Grades können auf Ihre Story reagieren und Sie darüber kontaktieren. Auch über den Messenger lassen sich Stories mit ausgewählten Kontakten teilen. Kommt eine Reaktion, antworten Sie dem Kontakt und bedanken sich. Vielleicht ergibt sich so ja auch ein Austausch.

Social Selling mit Stories

LinkedIn Stories sind perfekt dafür geeignet, Ihrem Netzwerk – darunter wahrscheinlich auch potenzielle Kunden – einen Einblick in Ihre tägliche Arbeit zu geben, Ihre Expertise zu zeigen und Sie als Person oder Unternehmen besser kennen zu lernen. Sie können erstes Vertrauen zu potenziellen Kunden aufbauen und sich mit ihnen austauschen.

Was können Sie über die Stories teilen? Ein paar Ideen:

  • Lassen Sie Ihr Netzwerk hinter die Kulissen Ihres Unternehmens blicken: Geben Sie Einblicke in Ihren Arbeitsalltag, beispielsweise indem Sie ein Bild aus Ihrem Büro oder Homeoffice oder von einem Teamevent teilen. Stellen Sie aktuelle Projekte vor. Denken Sie dabei natürlich daran, keine sensiblen Informationen preiszugeben.

  • Geben Sie Ihren Zielgruppen Tipps, wie sie ein bestimmtes Problem aus dem Arbeitsalltag lösen. Das kann eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sein, in meinem Fall wäre das beispielsweise: „Wie Sie Ihr LinkedIn-Profil in 5 Schritten zum Glänzen bringen“. Diesen Leitfaden packen Sie dann in mehrere, aneinandergereihte vertikale Videos.

  • Teilen Sie Unternehmensnews und nehmen Sie Ihre Kontakte mit auf Events, auf denen Sie unterwegs sind. Inhalte mit „Live-Charakter“ funktionieren auf Social Media besonders gut. Das gilt natürlich auch für virtuelle Events.

  • Inspirieren Sie mit Buchtipps, die zu Ihren Zielgruppen passen. Mit Ihrer individuellen Bücherauswahl zeigen Sie Persönlichkeit, machen auf Ihr Expertengebiet aufmerksam – und kommen eventuell sogar ins Gespräch mit Ihren Followern. Ein Buchtipp war beispielsweise auch der Aufhänger meiner ersten LinkedIn-Story.

Meine erste LinkedIn Story

Vor kurzem hatte ich mir das Buch The Social CEO – How Social Media can make you a stronger leader von Damian Corbet bestellt. Es passt thematisch sehr gut zu meiner Arbeit als Digital-Marketing-Beraterin, weshalb ich es schon länger unbedingt lesen wollte.

In der Kaffeepause kam mir dann die Idee, diesen Buchtipp als meine erste LinkedIn-Story mit meinem Netzwerk zu teilen.

Gedacht, getan: Meine erste Story ging live!

Aufhänger meiner ersten LinkedIn Story: ein Buchtipp

Und prompt kam die erste Reaktion aus meinem Netzwerk: Ich konnte einen Kontakt inspirieren und derjenige hat sich das Buch gleich bestellt. Außerdem ist daraus ein Austausch über den Messenger entstanden.

Das Beispiel zeigt: Stories eignen sich ideal, um mit hilfreichen, informierenden, unterhaltenden oder inspirierenden Inhaltenganz im Sinne des Social Selling und Content Marketing Menschen aus meinem Netzwerk zu erreichen und Vertrauen zu potenziellen Kunden aufzubauen. Mich mit ihnen auszutauschen, noch mehr über die „Pain Points“ potenzieller Kunden, ihre Herausforderungen und Probleme im Alltag zu erfahren. Ihnen einen Einblick in meinen Arbeitsalltag zu geben, so dass sie mich und meine Arbeit besser kennen lernen. Und vielleicht entsteht daraus dann auch irgendwann mal eine Zusammenarbeit.

Und jetzt bin ich gespannt: Haben Sie die LinkedIn Story-Funktion schon getestet? Wie sind Ihre Erfahrungen? Lassen Sie es mich in den Kommentaren wissen.

Sie haben Fragen zu LinkedIn oder brauchen Unterstützung bei Ihren LinkedIn-Aktivitäten? Ich helfe gerne weiter! Kontaktieren Sie mich.

Bild: Unsplash // @nordwood

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