Jun 17 2020

5 Learnings aus einem Jahr als selbstständige Digitalstrategin

Heute vor einem Jahr bin ich als selbstständige Digitalstrategin in München gestartet. Zeit, das letzte Jahr mal Revue passieren zu lassen. Was ich gelernt habe und wie ich mich bei meinen Zielgruppen digital sichtbar gemacht habe, lesen Sie hier.

Mein Learning 1: Der erste Eindruck zählt

Ich nenne meine Website gerne meine „digitale Visitenkarte“ (das gilt übrigens auch für mein LinkedIn-Profil 😉). Sie sagt sehr viel über mich aus: wer ich bin, was ich anbiete, für wen, wo mein Standort ist und welche Erfahrungen ich mitbringe.

Wer hier landet, macht sich sofort ein bestimmtes Bild von meinem Angebot, aber auch von mir als Person. Ob ein potenzieller Kunde sich von meiner Website angesprochen fühlt, entscheidet mit darüber, ob er mit mir zusammenarbeiten möchte. Deshalb ist es so wichtig, das gilt für Solounternehmer und Unternehmen jeder Größe, sich über den eigenen digitalen Auftritt genau Gedanken zu machen.

Dazu gehört es sich zu überlegen, wie die Website gestaltet sein soll und zuallererst, wen man überhaupt damit ansprechen möchte und welche Fragen und Herausforderungen diese Menschen haben. Genau das ist auch die Grundlage für jede Digitalstrategie.

Ich habe also erst einmal meine persönliche Digitalstrategie entworfen und dabei für mich die 6Ws beantwortet: Warum, wer, was, wie, wo und wann? Was dahintersteckt, beschreibe ich genauer in meinem letzten Blogbeitrag. Die Website gehört als zentrales Element zu meiner Digitalstrategie.

Auch wenn ich am Anfang etwas ungeduldig war und meine Website am liebsten sofort nach der Gründung live geschaltet hätte: Ich habe mir zuerst einen Plan, ein Konzept überlegt. Dazu gehörte es, meine Zielgruppen genau zu definieren, mein Angebot zu beschreiben, die Inhalte und die optische Gestaltung zu überdenken. Glücklicherweise war ich was die Website-Gestaltung angeht kein unbeschriebenes Blatt. Denn während meiner früheren Agenturtätigkeit hatte ich schon einige Website-Projekte betreut. Das hat mir sehr dabei geholfen, das Konzept zu entwickeln und umzusetzen.    

Bei meinen anderen digitalen Kanälen wie beispielsweise LinkedIn, Twitter, Facebook oder Instagram habe ich ebenfalls darauf geachtet, einheitlich nach außen aufzutreten. Das Design, die Farben und Schriftarten etc. orientieren sich dabei an der Website.

Meine Social-Media-Profile, allen voran mein LinkedIn-Profil, habe ich auch gleich auf Vordermann gebracht. Hier habe ich all das umgesetzt, das ich auch meinen Kunden empfehle, die mit einem LinkedIn-Auftritt starten oder ihn noch optimieren möchten.

Ich habe Keywords recherchiert, einen knackigen Profilslogan und eine zur Zielgruppe passende Profilbeschreibung geschrieben, ein professionelles Bild und ein Headerbild in meinem Corporate Design eingefügt. Ein paar Tipps, wie Sie auch Ihr LinkedIn-Profil zum Glänzen bringen, habe ich hier gesammelt.

Caroline Hof Visitenkarten

Ohne tolle Experten an meiner Seite wäre es aber nicht gegangen, mich digital professionell aufzustellen und sichtbar zu machen. Vielen Dank an Matthias Reisch, der die Website technisch umgesetzt hat. Und danke an meine Freundin Jenypher Rempening Díaz, die mein Logo und die tollen Visitenkarten designt hat. Hier auf Profis zu setzen, hat sich gelohnt: Für die professionell gestaltete Website, mein Corporate Design und die Visitenkarten habe ich schon viel positives Feedback bekommen.

Das bringt mich auch zum nächsten Learning…

Learning 2: Kenne deine Grenzen – und hole dir Unterstützung

Jeder hat seine Gaben und Erfahrungen. Auch wenn ich behaupten würde, ein gutes Auge für visuelle Darstellungen zu haben und meine Bildkarten für Social Media selbst gestalte (Dank Tools wie Canva), überlasse ich es dann doch lieber Experten wie meiner Freundin Jeny, ein Logo oder auch das Corporate Design professionell zu entwerfen.  

Das gilt auch für andere Bereiche: Die Buchhaltung war einer der ersten Bereiche, die ich ausgelagert habe. Ins Thema Buchhaltung hätte ich mich lange einarbeiten müssen. Meine Zeit kann ich so viel sinnvoller in Kundenprojekte – oder das Weiterentwickeln meines Business – investieren. Klar, es ist wichtig, einen Überblick über meine Buchhaltung zu behalten. Aber dadurch, dass ich weniger Zeit mit Details der Buchhaltung verbringe, habe ich den Kopf frei für andere Dinge.  

Learning 3: Gute Planung ist das A und O  

Wer mich kennt, weiß: Ich bin sehr strukturiert und auch eine leidenschaftliche Planerin. Das hat sich während meiner Selbstständigkeit mehr als einmal bewährt: Mit einer guten Planung habe ich mir viel Stress und einiges an Zeit gespart. Und Routinen, unterstützt von einer Auswahl digitaler Tools, haben mir dabei geholfen, schneller digital sichtbar zu werden.

Mir ist es wichtig, das, was ich meinen Kunden anbiete, auch selbst vorzuleben. Deshalb habe ich einige Kanäle, Formate und Inhalte getestet, um die für mich besten Strategien und Taktiken herauszufinden, meine Zielgruppen digital zu erreichen.

Ich habe also meine eigene Content-Marketing-Strategie entwickelt und mich damit schrittweise digital sichtbar gemacht. Wie schaut also meine tägliche Planung so aus?

Jeden Arbeitstag starte ich mit einem Blick in meine E-Mails und auf meine To-Do-Liste:

  • Was steht heute an?

  • Was ist dazu gekommen?

  • Wie kann ich Aufgaben (neu) priorisieren?

  • Gibt es (neue) Dinge, die heute erledigt werden müssen?

  • Was kann warten?

Das hilft mir dabei, meine Zeit sinnvoll einzuteilen und Kundenprojekte und die Arbeit am Business gut auszubalancieren. Tools wie Trello helfen mir, Aufgaben zu planen und zu priorisieren. Zusätzlich habe ich aber auch immer noch meinen (analogen) Terminplaner neben mir liegen.

Morgens werfe ich auch gleich einen Blick in die wichtigsten Branchenblogs und -Medien und checke meine Alerts: Worüber spricht die digitale Welt? Was ist los in der Social-Media- und Content-Marketing-Welt? Was treibt die IT- und Technologiebranche um?

Und ich checke meine Social-Media-Kanäle, aktuell hauptsächlich LinkedIn und Twitter: Gibt es Kommentare zu beantworten? Gespräche, zu denen ich etwas beitragen kann?

Einmal wöchentlich plane ich meine Social-Media-Postings vor und stelle sie über das Tool Hootsuite ein. Gibt es tagesaktuelle Beiträge oder stoße ich sonst auf einen spannenden Inhalt, schiebe ich sie dazwischen.

Ich kann nur jedem empfehlen, ob Solounternehmer, Startup oder KMU, einen Redaktionsplan zu erstellen und die Inhalte dann automatisiert zu veröffentlichen. Sie lassen sich noch mit tagesaktuellen Beiträgen ergänzen. Das spart viel Zeit!

Learning 4: Bleibe fokussiert

Im ersten halben Jahr meiner Selbstständigkeit (und teilweise auch schon die Monate davor) bin ich mit einem bunten Strauß an Social-Media-Kanälen gestartet. Dabei habe ich auch meine bestehenden Kanäle mit einer neuen Strategie reaktiviert: Ich war auf LinkedIn, XING, Facebook, Twitter und Instagram aktiv und habe dort auch regelmäßig gepostet.

Denn ohne kontinuierlich auf Social Media aktiv zu sein (und weitere digitale Kanäle zu nutzen) und für die Zielgruppen spannende Inhalte zu teilen, wird es schwer, sich digital für die richtigen Menschen sichtbar zu machen. Und nur wer auch einiges ausprobiert, kann dazulernen und besser verstehen, welche Themen und Inhalte bei den Zielgruppen ankommen.

Ich muss gestehen: Es war eine bewusste Entscheidung mich social-media-technisch so breit aufzustellen – und es war sehr zeitintensiv. Ich wusste schon, dass LinkedIn mein Hauptkanal werden würde, da dort meine Zielgruppen unterwegs sind. Trotzdem wollte ich aber erst einmal testen, über welche Kanäle ich meine Zielgruppen sonst noch erreiche und was beispielsweise der Instagram-Business-Account aktuell so kann.

Speziell auf Instagram hatte ich bisher nur über mein privates Profil und auch über Kundenprojekte Erfahrungen gesammelt. Das lag allerdings schon etwas zurück – und die digitale Welt entwickelt sich rasant weiter. Was heute noch funktioniert, kann morgen schon weniger klappen.

Aktuelles Beispiel: Das jüngste Algorithmus-Update auf LinkedIn, das Inhalte nun nach Verweildauer bewertet. Wer nicht auf Inhalte setzt, die seine Zielgruppen zum Verweilen einladen, wird nun ein Problem mit der Sichtbarkeit bekommen…

Was ich auch schnell festgestellt habe: Auch wenn ich auf allen Kanälen schon seit Jahren – auch im Auftrag unterschiedlicher Kunden aus unterschiedlichen Branchen – unterwegs war, ist es noch mal etwas ganz anderes, sie plötzlich fürs eigene Business zu nutzen und dabei bestimmte Zielgruppen im Blick zu haben.

Kurz und gut: Ich habe einiges gelernt. Auch, wo es sich für mich (fürs Erste) nicht lohnt, Zeit zu investieren. Geblieben sind LinkedIn und Twitter, wo ich nach wie vor regelmäßig unterwegs bin. Gerne folgen 😉

Den Fokus zu behalten, empfehle ich auch meinen Kunden: Fragen Sie sich zuallererst, wo Sie Ihre Zielgruppen treffen. Bespielen Sie lieber nur einen Kanal – gut durchdacht, strategisch und regelmäßig – als sich zu verzetteln.

Es macht keinen Sinn, auf Instagram, Snapchat oder TikTok unterwegs zu sein, weil es gerade angesagt ist. Wenn Sie Ihre Zielgruppe dort nicht treffen und wenn Sie damit Ihre (Unternehmens-)Ziele nicht erreichen, verschwenden Sie damit nur Ihre Zeit und Ihr Geld.

Bleiben Sie fokussiert und bündeln Sie Ihre Kräfte und Kreativität für die relevanten Kanäle!

Learning 5: Setze dir Meilensteine und behalte deine Ziele im Blick

Bevor ich als selbstständige Digitalstrategin gestartet bin, habe ich einen Businessplan erstellt. Darin habe ich meine kurzen, mittel- und langfristigen Ziele definiert. Ich bin letztes Jahr im Juni gestartet und habe durch einige Höhen und Tiefen hindurch schon einige dieser Ziele erreicht. Um die Unternehmensziele zu erreichen, ist es wichtig, auch Kommunikations- und Marketingziele zu definieren.

Um die größeren Ziele zu erreichen, hat es mir sehr geholfen, mir kleine Zwischenziele zu setzen. Also beispielsweise: „Ich möchte auf LinkedIn diese Woche 10 neue und zu meinem Netzwerk passende Kontakte gewinnen, um damit für meine Zielgruppe Marketingverantwortliche kleiner und mittlerer Unternehmen aus dem IT- und Technologiebereich sichtbarer zu werden.“

Dann habe ich mir überlegt, wie ich dieses Ziel erreiche. Hat etwas mal nicht geklappt und ich habe mein Ziel nicht erreicht, habe ich die Taktik verändert und mein Vorgehen etwas angepasst.

Oft habe ich mir gewünscht, dass manche Dinge schneller vorwärts gehen. Oft war ich frustriert, weil etwas nicht so funktioniert hat, wie ich es mir gedacht hatte. Aber ich habe nicht aufgegeben und immer etwas angepasst. Das hat mich gelehrt: Ohne viel Durchhaltevermögen und Hartnäckigkeit lassen sich meine Ziele nicht erreichen. Der Kurs muss auch mal angepasst, die Meilensteile neu definiert werden. Und das ist ok. Das bringt mich meinen größeren Zielen wieder ein Stückchen näher.

Wie ich in meinem letzten Blogbeitrag beschrieben habe, ist Content Marketing ein Marathon. Es braucht eine Weile und einen langen Atem – bis man mit Content Marketing sichtbar wird und dann auch neue Kunden gewinnt. Um die großen Ziele zu erreichen, muss man erst die Meilensteine hinter sich bringen. Die großen Ziele sollte man dabei aber nie aus dem Blick verlieren.

Für mich heißt das, regelmäßig zu reflektieren: Wo kann ich noch besser werden? Was kann ich verändern, um meine Ziele zu erreichen?

Das empfehle ich auch jedem, der sich digital sichtbar machen möchte: Setzen Sie sich für Ihre Kommunikation und Ihr Marketing Meilensteine, die Ihnen dabei helfen, Ihre Unternehmensziele zu erreichen. Seien Sie nicht frustriert, wenn etwas mal nicht (gleich) klappt. Es braucht Geduld.

Um langfristig erfolgreich zu sein, muss man sein Vorgehen regelmäßig reflektieren und gegebenenfalls nachjustieren. Verfolgen Sie Ihre Ziele in kleinen Schritten, messen Sie – und justieren Sie nach.

Zum Schluss teile ich gerne ein paar meiner Erfolgserlebnisse dieses Jahr: Durch meine Social-Media-Aktivitäten habe ich mein Netzwerk um viele tolle Menschen erweitert, ich habe Kunden und Kooperationspartner gewonnen, ich bin Gast in einem Podcast gewesen und ich wurde für einen Gastbeitrag angefragt.

Und so laufe ich meinen persönlichen Marathon auch im nächsten Jahr motiviert weiter…

Ein großes Dankeschön an alle meine Kunden, Kooperationspartner, mein Netzwerk, meine Social-Media-Community, Freunde und Familie. Das war ein tolles erstes Jahr – mit allen Höhen und Tiefen. Ich habe einiges gelernt – und freue mich schon auf die nächste Etappe!

Bild: Unsplash // @nickmorrison

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2 Comments
  • Liebe Caroline,
    was für ein bewegtes und ereignisreiches Jahr! Danke für diesen Blick hinter die Kulissen und das offene Teilen deiner Erfahrungen.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit deinem Unternehmen. Qualität und Ausdauer zahlt sich aus. Und da du beides bietest, wird dein Marathon ganz sicher weiterhin tolle Erfolge auf seinem Weg mit sich bringen.

    Viele Grüße,
    Tobi

    19. Juni 2020 at 8:57

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